
Der Cronfelsen ist ein einzigartiges Relikt der Vergangenheit, das eine imposante Präsenz in Lasauvage hat. Mit seinen 11 Metern ist der Fels nicht zu übersehen.
Der Cronfelsen spielt eine wichtige Rolle in der Sage von der «wilden Frau» von Lasauvage. Die Sage stammt aus dem «Sagenschatz des Luxemburger Landes» von N. Gredt. Laut der Sage lebte vor der Errichtung des Hüttenwerks eine wilde Frau im Tal, wo heute Lasauvage liegt. Diese wilde Frau lebte in einer der Höhlen des Cronfelsens. Sie sah schrecklich aus; ihr ganzer Körper war von dichtem Haar umhüllt, und sie hatte furchtbare Zähne.
Der Sage nach kam ein frommer Einsiedler aus dem Walde Selomont und bannte den Geist der wilden Frau jenseits des Meeres, indem er den heiligen Donatus anrief. Daraufhin zitterte der Cronfelsen und rutschte dorthin, wo er jetzt liegt; die schlafende wilde Frau wurde unter dem Felsen begraben.
Espace muséologique Lasauvage - Differdange - © Claude Piscitelli
Obwohl die Legende auf interessante und spannende Weise erzählt, wie der Cronfelsen neben die Straße gelangt ist, ist der wahre Grund ein rein natürlicher. Der Fels war einmal Teil des Berges, und das Cron wuchs stetig, bis es zu schwer wurde und sich vom Berg löste und herunterrollte.
Das genaue Datum des Ereignisses ist unbekannt; jedoch ist sicher, dass es vor 1810 geschah, da der Cronfelsen damals zum ersten Mal neben dem Straßenrand auf einem Lageplan eingetragen wurde. Weitere Felsstürze gab es am 10. August 1880 und am 1. November 1992.
Im belgisch-lothringischen Raum bedeutet Cron eine Anhäufung von Kalktuff oder Travertin, der sich im Bereich einer Quelle oder eines Baches bildet. Cron besteht aus verdichteten, überlagerten Kalkschichten, die mit organischem Material wie z. B. Pflanzenresten oder Blättern durchsetzt sind. Durch das Durchsickern von kalkreichem Wasser kommt es zur Ausscheidung von Cron.
Cron wurde schon von den Römern benutzt, zum Beispiel bei der Römervilla in Echternach. In Echternach wurde Cron auch industriell abgebaut, um Keramikprodukte herzustellen